Nutella ist die bekannteste Nuss-Nougat-Creme in vielen deutschen Frühstücksschränken, im neuen Vergleich der Stiftung Warentest reicht es für den Marktführer jedoch nicht bis ganz nach vorn. Beim Nuss-Nougat-Creme Test 2026 erreichen zwei Konkurrenten die bessere Gesamtnote 2,0: eine günstige Aldi-Eigenmarke und eine deutlich teurere Haselnusscreme aus einer Thüringer Schokoladenmanufaktur, die monrose.de berichtet mit bild.de.
Insgesamt untersuchten die Verbrauchertester 18 Produkte. Zwölf davon erhielten ein „gut“, vier kamen auf „befriedigend“ und zwei mussten sich mit „ausreichend“ begnügen. Der Vergleich zeigt dabei vor allem eines: Ein hoher Preis ist keine Voraussetzung für eine gute Gesamtnote, und selbst der prominenteste Markenname garantiert nicht automatisch den Testsieg.
Zwei Nuss-Nougat-Cremes landen gemeinsam auf Platz eins
An der Spitze stehen zwei Produkte, die preislich kaum weiter auseinanderliegen könnten. Die dunkle Haselnuss-Creme „Kräm – Herr Eichhorn pur“ der Goldhelm Schokoladen Manufaktur aus Thüringen erreicht ebenso die Gesamtnote 2,0 wie die „Nusskati Nuss-Nougat-Creme“ von Aldi.

Goldhelm punktet vor allem beim Geschmack. Die Creme enthält mehr als 50 Prozent Haselnüsse und überzeugte die Tester mit einem intensiven Nussaroma sowie einer ausgeprägten Röstnote. Im sensorischen Urteil erhielt das Produkt die Note 1,0.
Der Genuss hat allerdings seinen Preis. Mit 5,94 Euro pro 100 Gramm gehört die Manufakturcreme zu den kostspieligsten Produkten des Vergleichs.
Der Test zeigt ungewöhnlich deutlich, wie unterschiedlich zwei Sieger sein können. Auf der einen Seite steht eine Manufakturcreme mit sehr hohem Nussanteil, auf der anderen ein Discounterprodukt zum Bruchteil des Preises. Beide kommen trotzdem auf dieselbe Gesamtnote.
Aldi Nusskati überzeugt für 50 Cent pro 100 Gramm
Beim zweiten Testsieger sieht die Kalkulation völlig anders aus. Die Aldi Nusskati Nuss-Nougat-Creme kostet laut Test lediglich 0,50 Euro je 100 Gramm und zählt damit zu den preisgünstigsten Produkten im gesamten Feld.
Der Aufstrich enthält 13 Prozent Haselnüsse. Sensorisch fällt insbesondere seine kräftige Kakaonote auf, die laut Test an Bitterschokolade erinnert.
Damit treffen an der Spitze zwei vollkommen verschiedene Konzepte aufeinander. Goldhelm setzt auf einen extrem hohen Nussanteil und Manufakturcharakter, während Aldi mit einem klassischen Supermarktprodukt und niedrigem Preis punktet.
| Produkt | Gesamtnote | Preis pro 100 g | Auffälliges Merkmal |
|---|---|---|---|
| Kräm – Herr Eichhorn pur | 2,0 | 5,94 Euro | mehr als 50 % Haselnüsse |
| Aldi Nusskati | 2,0 | 0,50 Euro | kräftige Kakaonote |
| Nutella | 2,2 | 0,84 Euro | schwächere Bewertung der Nährwerte |
Für Verbraucher dürfte gerade dieser direkte Vergleich interessant sein. Zwischen den beiden Siegern liegen 5,44 Euro pro 100 Gramm, bei der Gesamtnote gibt es dagegen keinen Unterschied.
„Kräm – Herr Eichhorn pur“ überzeugte sensorisch besonders mit seinem intensiven Haselnussgeschmack und einer deutlichen Röstnote.
Nutella erreicht mit Note 2,2 nur Platz drei
Ferreros Klassiker landet unmittelbar hinter den beiden Siegern. Nutella bei Stiftung Warentest erreicht die Gesamtnote 2,2 und damit weiterhin ein gutes Resultat, muss sich im Ranking jedoch mit Rang drei zufriedengeben.
Am Preis allein liegt es nicht. Mit 0,84 Euro pro 100 Gramm ist Nutella deutlich günstiger als die Manufakturcreme, aber teurer als die Aldi-Alternative. Entscheidender für die etwas schlechtere Gesamtnote waren die Nährwerte.
Das ist bei Nuss-Nougat-Cremes ein zentraler Punkt. Die Produkte kombinieren üblicherweise einen hohen Zuckeranteil mit Fett und liefern dadurch viel Energie auf relativ kleiner Menge.
Für die ernährungsphysiologische Bewertung betrachteten die Tester eine Portion von 20 Gramm Creme zusammen mit 50 Gramm Mischbrot. Berücksichtigt wurden dabei unter anderem Brennwert, Zucker, Fett, Eiweiß und die Zusammensetzung der Fettsäuren.
Keines der getesteten Produkte erreichte bei der ernährungsphysiologischen Qualität eine bessere Bewertung als „befriedigend“. Bei mehreren Cremes fiel das Ergebnis sogar nur „ausreichend“ aus.
Ein gutes Gesamturteil bedeutet deshalb nicht, dass Nuss-Nougat-Creme aus ernährungswissenschaftlicher Sicht zum besonders wertvollen Frühstück wird. Geschmack, Schadstoffe, Kennzeichnung und Nährwerte fließen als unterschiedliche Kriterien in die Bewertung ein.
Zwölf von 18 Cremes bekommen ein gutes Urteil
Das Gesamtbild des Tests fällt trotzdem vergleichsweise positiv aus. Von 18 untersuchten Produkten erhielten zwölf Nuss-Nougat-Cremes die Note gut. Im Testfeld waren neben klassischen Marken- und Eigenmarkenprodukten auch vegane Varianten sowie Bio-Aufstriche vertreten.
Die Ergebnisse verteilen sich folgendermaßen:
- 12 Produkte wurden mit „gut“ bewertet.
- 4 Nuss-Nougat-Cremes erreichten ein „befriedigend“.
- 2 Produkte bekamen lediglich ein „ausreichend“.
- Auch vegane und Bio-Produkte waren unter den untersuchten Aufstrichen.
- Das einzige zuckerreduzierte Produkt im Test gehörte zu den beiden schwächsten Cremes.
Gerade der letzte Punkt ist bemerkenswert. Weniger Zucker auf der Verpackung führt nicht automatisch zu einer besseren Gesamtnote, denn bei einem Warentest werden zahlreiche weitere Eigenschaften berücksichtigt.
Zuckerreduziert bedeutet nicht automatisch besser
Wer beim Einkauf allein auf die Aufschrift „zuckerreduziert“ achtet, könnte daher vorschnelle Schlüsse ziehen. Das einzige entsprechend positionierte Produkt im Vergleich erhielt nur ein „ausreichend“.

Ein Grund können Zuckeraustauschstoffe sein. Bei solchen Produkten prüfen die Fachleute nicht nur die Nährwertangaben, sondern auch den Geschmack und die tatsächliche Zusammensetzung. Eine auffällig starke Süße durch Austauschstoffe kann das sensorische Ergebnis verschlechtern.
Problematisch wird es außerdem, wenn größere Mengen bestimmter Zuckeralkohole enthalten sind. Diese können bei empfindlichen Personen eine abführende Wirkung entfalten.
Eine Reduzierung des klassischen Zuckers macht einen Brotaufstrich nicht automatisch zum besseren Produkt. Entscheidend ist, wodurch Zucker ersetzt wird und wie die gesamte Rezeptur zusammengesetzt ist.
Für Käufer lohnt sich deshalb ein Blick auf die vollständige Zutatenliste. Aussagen auf der Vorderseite einer Verpackung erklären nur einen Teil der Rezeptur.
Diese Punkte führten bei den getesteten Cremes zu Abzügen
Die Gesamtnote hängt nicht ausschließlich vom Geschmack ab. Die Stiftung Warentest berücksichtigt verschiedene Qualitätsmerkmale, sodass auch ein aromatisch überzeugendes Produkt an anderer Stelle Punkte verlieren kann.
Zu den Faktoren, die im aktuellen Test zu Abwertungen führen konnten, gehörten:
- ungünstige Werte bei Zucker, Fett oder Fettsäurezusammensetzung,
- leichte sensorische Fehler bei Geschmack oder Geruch,
- stark wahrnehmbare Süße durch Zuckeraustauschstoffe,
- erhöhte Mengen bestimmter Zuckeralkohole,
- nachgewiesene Mineralölbestandteile,
- nicht eindeutig zuordenbare Aromastoffe,
- Abweichungen zwischen ausgelobten und tatsächlich gemessenen Zucker- oder Nussanteilen.
Gerade die Deklaration ist für einen Produkttest relevant. Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass Angaben zu Zutaten und Mengen mit dem tatsächlichen Inhalt übereinstimmen.
Bei einem der untersuchten Produkte fanden die Tester zudem Mineralölbestandteile. Auch ein solcher Laborbefund wirkt sich auf die Bewertung aus.
Geschmack allein entscheidet nicht über den Testsieg
Die besten Nuss-Nougat-Cremes 2026 müssen deshalb mehrere Anforderungen gleichzeitig erfüllen. Eine Creme kann geschmacklich hervorragend abschneiden und dennoch bei der ernährungsphysiologischen Bewertung Punkte verlieren. Umgekehrt reicht ein günstigeres Nährwertprofil nicht aus, wenn Aroma, Konsistenz oder Kennzeichnung Schwächen zeigen.
Bei Goldhelm ist diese Trennung besonders gut sichtbar. Die Manufakturcreme erzielt sensorisch eine 1,0 und wird wegen ihres intensiven Haselnusscharakters zum Genusstipp. Die Gesamtnote fällt mit 2,0 trotzdem deutlich niedriger aus als das reine Geschmacksergebnis.
Aldi schafft dieselbe Endnote zu einem erheblich niedrigeren Preis. Für preisbewusste Käufer ist Nusskati damit besonders auffällig.
Nutella bleibt mit 2,2 ebenfalls im guten Bereich. Von einem Absturz im klassischen Sinn kann bei der Note kaum gesprochen werden, im direkten Wettbewerb verliert die bekannte Marke aber den Spitzenplatz.
Preis und Nussanteil liegen extrem weit auseinander
Der Vergleich der Sieger verdeutlicht, dass sich Nuss-Nougat-Cremes trotz ähnlicher Produktkategorie erheblich unterscheiden können. Ein hoher Haselnussanteil beeinflusst sowohl Geschmack als auch Herstellungskosten, führt aber nicht automatisch zur alleinigen Spitzenposition.
Goldhelms Creme enthält mehr als 50 Prozent Nüsse. Nusskati kommt auf 13 Prozent Haselnüsse. Dennoch erreichen beide Produkte eine Gesamtnote von 2,0.
Das macht den Warentest auch für die Kaufentscheidung interessant. Wer möglichst viel Haselnuss und einen ausgeprägten Röstgeschmack sucht, verfolgt andere Kriterien als jemand, der einen preiswerten Brotaufstrich für den Familienalltag benötigt.
Zwischen 0,50 Euro und 5,94 Euro pro 100 Gramm liegt ein gewaltiger Preisunterschied. Die gleiche Testnote bedeutet deshalb nicht, dass beide Sieger dasselbe Geschmackserlebnis oder dieselbe Rezeptur bieten. Sie zeigt vielmehr, dass unterschiedliche Stärken zu einem vergleichbaren Gesamturteil führen können.
Was Käufer aus dem Nuss-Nougat-Creme-Test mitnehmen können
Der aktuelle Vergleich relativiert vor allem die Bedeutung bekannter Markennamen. Nutella landet auf Platz drei, während eine Aldi-Eigenmarke und eine kleinere Thüringer Manufaktur gemeinsam die Spitze übernehmen.
Wer hauptsächlich auf den Preis achtet, findet mit Nusskati einen der interessantesten Kandidaten des Tests. Für einen hohen Haselnussanteil und besonders ausgeprägtes Nussaroma ist dagegen Goldhelms „Kräm – Herr Eichhorn pur“ die auffälligere Wahl.
Nutella bleibt trotz Rang drei ein gut bewertetes Produkt. Die Gesamtnote 2,2 liegt nur zwei Zehntel hinter den beiden Testsiegern. Ausschlaggebend für den Abstand waren vor allem die etwas schwächeren Nährwerte und nicht ein grundlegendes Qualitätsproblem.
Die 18 getesteten Cremes zeigen gleichzeitig, dass süße Brotaufstriche bei ihrer ernährungsphysiologischen Qualität generell Grenzen haben. Kein einziges Produkt kam in diesem Teilbereich über „befriedigend“ hinaus. Wer eine Nuss-Nougat-Creme auswählt, kann deshalb Geschmack, Zutaten, Nussanteil und Preis vergleichen, sollte aus einer guten Warentest-Note aber kein Gesundheitssiegel ableiten.
Am Ende stehen zwei ungewöhnlich unterschiedliche Sieger: eine Haselnusscreme für 5,94 Euro pro 100 Gramm und eine Aldi-Eigenmarke für nur 50 Cent. Nutella bleibt dicht dahinter, verliert im Test 2026 aber den Platz an der Spitze.