Die Pilzsaison in Berlin 2026 läuft im September in ihre interessanteste Phase. Besonders nach mehreren feuchten Tagen und milden Nächten lohnt sich ein Waldspaziergang, wobei ein guter Pilzplatz nie eine Garantie für einen gefüllten Korb ist: Niederschlag, Bodentemperatur, Baumarten und die Konkurrenz anderer Sammler verändern die Bedingungen innerhalb weniger Tage, die monrose.de berichtet.
Berlin bietet dafür überraschend viel Fläche. Die Berliner Forsten betreuen nach eigenen Angaben rund 29.000 Hektar Wald, darunter große zusammenhängende Gebiete im Südwesten, Norden und Südosten der Stadt. Grunewald, Tegeler Forst und die Köpenicker Wälder gehören deshalb zu den naheliegenden Ausgangspunkten für eine Pilztour.
Wer morgens nur zehn Minuten vom Parkplatz in denselben stark begangenen Waldabschnitt läuft wie alle anderen, braucht meist mehr Glück als jemand, der eine längere Runde durch unterschiedliche Waldtypen plant. Feuchte Senken, ältere Mischwaldbereiche und Übergänge zwischen verschiedenen Baumarten sind bei der Suche oft interessanter als breite Hauptwege. Ein voller Korb lässt sich trotzdem nicht planen.

Wo kann man 2026 in Berlin Pilze sammeln?
Für Pilze sammeln in Berlin eignen sich vor allem die großen Waldkomplexe am Stadtrand. Dabei geht es weniger um einen einzelnen geheimen Punkt als um Gebiete, in denen sich mehrere Kilometer lange Routen durch unterschiedliche Bestände kombinieren lassen.
| Waldgebiet | Lage | Geeignet für eine Tour ab |
|---|---|---|
| Grunewald | West/Südwest | S Grunewald, Wannsee, Eichkamp |
| Tegeler Forst | Nordwest | Tegel, Tegeler See |
| Müggelberge | Südost | Köpenick, Müggelheim |
| Forst rund um Müggelsee | Südost | Friedrichshagen, Rahnsdorf |
| Düppeler Forst | Südwest | S Wannsee |
| Bucher Forst | Nordost | Buch |
Die Übersicht bedeutet nicht, dass an jeder Stelle Speisepilze wachsen. Pilzvorkommen können selbst innerhalb eines kleinen Waldstücks stark variieren.
Grunewald: großer Klassiker im Berliner Westen
Der Grunewald gehört zu den bekanntesten Berliner Waldgebieten und lässt sich ohne Auto gut erreichen. Das zuständige Forstamt umfasst die Wälder von der Heerstraße bis zur südlichen Stadtgrenze und darüber hinaus weitere Flächen in Brandenburg.
Für eine Pilztour bietet sich eine längere Runde ab S-Bahnhof Grunewald oder aus Richtung Wannsee an. Statt ausschließlich auf stark frequentierten Wegen rund um bekannte Ausflugsziele zu suchen, können Sammler unterschiedliche Waldabschnitte in eine Route einbauen.
Kiefern, Eichen und andere Laubbäume schaffen verschiedene Standorte für Pilzarten. Je nach Wetter können unter anderem Röhrlinge, Täublinge oder Schirmlinge auftauchen. Eine Artbestimmung allein anhand des Fundorts ist allerdings niemals zuverlässig.
Tegeler Forst: Pilzsuche im Berliner Norden
Der Tegeler Forst ist für Berliner Pilzinteressierte ebenfalls eine feste Adresse. Dass das Gebiet mykologisch interessant ist, zeigt auch das Programm der Deutschen Waldtage 2026: Für den 19. September wurde dort eine Pilzwanderung mit einem Experten der Berliner Waldschulen angekündigt, am 20. September eine weitere Veranstaltung zum Entdecken und Bestimmen von Pilzen.
„Das Sammeln von Pilzen, Beeren und anderen Früchten ist in geringer Menge für den eigenen Bedarf gestattet.“
Für eine selbstständige Tour eignen sich längere Schleifen durch den Wald besser als die unmittelbare Umgebung stark besuchter Zugänge. Wer verschiedene Bodenverhältnisse und Baumarten passiert, erhöht zumindest die Zahl unterschiedlicher potenzieller Standorte.
Karte mit guten Ausgangsgebieten für die Pilzsuche
Die Karte zeigt keine garantierten Fundstellen, sondern größere Berliner Waldgebiete, die sich als Ausgangspunkt für Pilzwanderungen eignen.

Müggelberge und Köpenicker Forsten: viel Wald im Südosten
Wer im Südosten wohnt, muss für eine größere Waldtour kaum aus Berlin hinausfahren. Das Forstamt Köpenick betreut Waldflächen in Treptow-Köpenick sowie weiteren östlichen und südöstlichen Bezirken und gliedert sie in mehrere Reviere, darunter Teufelssee, Rahnsdorf, Müggelsee, Friedrichshagen und Müggelheim.
Die Müggelberge sind besonders interessant für eine längere Tour, weil sich hügelige Waldabschnitte, verschiedene Bestände und Wege rund um den Teufelssee kombinieren lassen. Auch hier bestätigte das offizielle Programm der Deutschen Waldtage das Interesse am Thema Pilze: Am 18. September 2026 fand im Revier Teufelssee eine Veranstaltung statt, bei der ein Profi Wissenswertes über Pilze in den Müggelbergen vermittelte.
Nach Regen ist nicht automatisch am nächsten Morgen mit einer großen Pilzernte zu rechnen. Fruchtkörper brauchen je nach Art und Bedingungen Zeit, und entscheidend ist auch, wie feucht der Boden bereits vor dem Niederschlag war. Mehrere feuchte Tage mit moderaten Temperaturen können deshalb interessanter sein als ein einzelner kräftiger Schauer.
Vom Raum Friedrichshagen und Müggelsee lassen sich ebenfalls ausgedehnte Waldabschnitte erreichen. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt, kann die Pilzsuche als Streckentour planen und an einem anderen Zugang wieder aus dem Wald herauslaufen.
Düppeler Forst: gute Verbindung mit einer längeren Wanderung
Der Düppeler Forst im Südwesten eignet sich besonders für Menschen, die Pilzsuche und Wandern verbinden möchten. Die Berliner Forsten beschreiben beispielsweise eine rund fünf Kilometer lange Route, die am S-Bahnhof Wannsee beginnt und bei Bedarf auf neun oder zehn Kilometer erweitert werden kann.
Das macht die Gegend praktisch für Sammler ohne Auto. Statt an einem Parkplatz eine kurze Runde zu drehen, lässt sich von Wannsee aus ein größerer Waldkorridor erkunden.
Eine zweite offizielle Wanderroute im Revier Wannsee ist rund 7,5 Kilometer lang. Als Anreise wird dort der öffentliche Nahverkehr angegeben; der Streckenverlauf führt durch verschiedene Bereiche des Reviers.
Für eine erfolgreiche Pilztour ist die Länge der Strecke nicht entscheidend. Interessanter ist ein Weg, der verschiedene Baumarten, Altersklassen des Waldes und Bodenverhältnisse verbindet.
Welche Pilze können rund um Berlin gefunden werden?
Zu den bekannten Speisepilzen, nach denen Sammler in Berlin und Brandenburg suchen, gehören Steinpilze, Pfifferlinge, Birkenpilze und Rotkappen. Ihre tatsächliche Verbreitung hängt jedoch vom jeweiligen Standort ab.
Typische Suchbegriffe und Gruppen sind:
- Steinpilze in Berlin, häufig mit Buchen, Eichen, Fichten oder anderen geeigneten Partnerbäumen verbunden;
- Pfifferlinge, die je nach Boden und Baumbestand geeignete Standorte finden;
- Birkenpilze in Bereichen mit Birken;
- Rotkappen, deren Arten ebenfalls an bestimmte Bäume gebunden sind;
- Maronen-Röhrlinge, besonders in passenden Nadel- und Mischwaldbereichen;
- Schirmlinge und weitere auffällige Großpilze auf geeigneten Flächen.
Der Fund eines vermeintlichen Steinpilzes sollte trotzdem nicht allein anhand einer Fotografie aus dem Internet bestimmt werden. Farbe, Röhrenschicht, Stielzeichnung, Geruch, Veränderungen nach Druck oder Schnitt und weitere Merkmale können für die Bestimmung relevant sein.
Apps und Fotos können beim Lernen helfen, ersetzen bei unbekannten Arten aber keine verlässliche Pilzbestimmung durch fachkundige Personen.
Das Risiko liegt nicht nur in spektakulär giftigen Arten. Auch Verwechslungen zwischen essbaren und unverträglichen Pilzen können gesundheitliche Beschwerden verursachen.
Wann ist die beste Zeit zum Pilzesammeln in Berlin?
Eine feste Kalenderwoche gibt es nicht. Je nach Art beginnt die Saison bereits im Sommer, während der klassische Schwerpunkt vieler Sammler in den Spätsommer und Herbst fällt.
Für Pilze im Herbst 2026 sind vor allem diese Faktoren relevant:
- Mehrere feuchte Tage erhöhen die Bodenfeuchtigkeit.
- Milde Temperaturen können das Wachstum zahlreicher Arten begünstigen.
- Kalte oder längere trockene Phasen können das Pilzaufkommen deutlich reduzieren.
- Unterschiedliche Baumarten bieten Lebensräume für verschiedene Mykorrhizapilze.
- Stark frequentierte Bereiche werden schneller abgesammelt.
Der September und Oktober gelten deshalb nicht automatisch jeden Tag als „Pilzwetter“. Nach längerer Trockenheit kann selbst ein grundsätzlich guter Wald erstaunlich leer wirken.
Frühes Aufstehen hat einen praktischen Vorteil: An beliebten Wochenenden sind morgens weniger Menschen unterwegs und Funde wurden noch nicht von zahlreichen anderen Sammlern entdeckt. Rein biologisch wachsen Pilze allerdings nicht ausschließlich nachts.
Welche Regeln gelten beim Pilzesammeln in Berlin?
Das Bundesnaturschutzgesetz erlaubt grundsätzlich, Pilze an Orten ohne Betretungsverbot in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich zu entnehmen. Die Berliner Forsten nennen ebenfalls die sogenannte Handstraußregelung und gestatten das Sammeln kleiner Mengen für den Eigenbedarf.
Eine bundesweit pauschal festgelegte Kilogrammzahl nennt § 39 Bundesnaturschutzgesetz dabei nicht. Die häufig online zu findende Aussage, generell seien überall exakt ein oder zwei Kilogramm erlaubt, verkürzt die Rechtslage.
Für einige besonders geschützte Pilzarten gelten spezielle Ausnahmen. Die Bundesartenschutzverordnung führt unter anderem Steinpilz, heimische Pfifferlinge, Birkenpilze, Rotkappen und heimische Morcheln auf und erlaubt deren Entnahme in geringen Mengen für den eigenen Bedarf.
Folgende Regeln gehören deshalb in jeden Pilzkorb:
- nur Mengen für den persönlichen Bedarf sammeln;
- Betretungsverbote und besondere Schutzbestimmungen vor Ort beachten;
- unbekannte Pilze stehen lassen;
- keine Waldflächen unnötig beschädigen;
- Pilze nicht für einen gewerblichen Zweck in großen Mengen entnehmen;
- Abfälle vollständig wieder mitnehmen;
- Feuer und Rauchen im Berliner Wald unterlassen.
Die Berliner Forsten weisen außerdem darauf hin, dass Waldwege typische Naturgefahren wie herabfallende Äste, Wurzeln, Zecken oder umstürzende Bäume aufweisen können. Der Waldbesuch erfolgt grundsätzlich auf eigene Gefahr.
So wird aus der Pilzsuche eine sinnvolle Route
Eine gute Pilzrunde beginnt nicht mit der Frage nach einem geheimen GPS-Punkt. Sinnvoller ist eine Route, die mehrere Lebensräume erschließt und trotzdem eine klare Rückkehrmöglichkeit bietet.
Für eine Tour von zwei bis drei Stunden funktioniert dieses Vorgehen:
- Einen gut erreichbaren Startpunkt am Rand eines größeren Waldgebietes wählen.
- Eine Rundroute von ungefähr fünf bis acht Kilometern planen.
- Breite Hauptwege nur als Orientierung nutzen und zulässige kleinere Waldwege einbeziehen.
- Unterschiedliche Baumarten und feuchtere Waldabschnitte beobachten.
- Genügend Zeit für die Bestimmung der Funde einplanen.
- Vor Einbruch der Dunkelheit wieder den bekannten Hauptweg oder Bahnhof erreichen.
Ein luftiger Korb ist für Pilze besser geeignet als eine dicht verschlossene Plastiktüte. Darin werden empfindliche Fruchtkörper weniger zerdrückt, und Feuchtigkeit kann besser entweichen.
Auch ein kleines Messer und eine Bürste sind praktisch. Grober Schmutz lässt sich bereits im Wald entfernen, während unbekannte Exemplare getrennt von sicher bestimmten Speisepilzen transportiert werden sollten.
Was Anfänger bei Pilzen niemals riskieren sollten
Der häufigste Fehler ist nicht ein schlechter Pilzplatz, sondern zu großes Vertrauen in eine unsichere Bestimmung. Ein Pilz sollte nur gegessen werden, wenn seine Art zweifelsfrei geklärt ist.
Besonders problematisch sind:
- eine Bestimmung nur über die Farbe des Hutes;
- Vertrauen auf ein einziges Foto in einer App;
- die Annahme, von Tieren angefressene Pilze seien automatisch für Menschen essbar;
- Kostproben von unbekannten Arten;
- das gemeinsame Transportieren unbekannter Pilze mit sicher bestimmten Speisepilzen;
- alte, verdorbene oder stark zersetzte Exemplare.
Ein unbekannter Pilz wird nicht dadurch sicherer, dass er einem bekannten Speisepilz „fast genauso“ sieht. Bei der Pilzbestimmung können kleine Merkmale entscheidend sein. Im Zweifel bleibt der Fund im Wald oder wird einer fachkundigen Pilzberatung vorgelegt.
Gerade für Einsteiger ist eine geführte Pilzwanderung deshalb mehr als eine Suche nach essbaren Arten. Sie vermittelt, welche Merkmale tatsächlich relevant sind und wie Pilze mit ihrem Waldstandort zusammenhängen.
Welche Berliner Pilzroute passt zu wem?
| Ausgangsgebiet | Charakter | Praktisch für |
|---|---|---|
| Grunewald | sehr großes Waldgebiet | lange Touren im Westen |
| Tegeler Forst | ausgedehnter Wald im Norden | Nord- und Westberliner |
| Müggelberge | Wald und hügeliges Gelände | längere Südost-Touren |
| Müggelsee/Rahnsdorf | mehrere Forstreviere | flexible Streckenwanderungen |
| Düppeler Forst | gut mit Wannsee kombinierbar | Anreise per S-Bahn |
| Bucher Forst | Waldgebiet im Nordosten | Touren ab Pankow/Buch |
Für die besten Pilzplätze rund um Berlin ist deshalb nicht unbedingt eine Fahrt weit nach Brandenburg nötig. Schon innerhalb und unmittelbar am Rand der Hauptstadt gibt es große Waldflächen, die sich für mehrstündige Touren eignen.
Entscheidend bleibt die Kombination aus Wetter, Standortkenntnis und sicherer Artenbestimmung. Grunewald, Tegeler Forst, Müggelberge und Düppeler Forst sind keine Pilzautomaten, sondern große Suchgebiete, in denen sich die Bedingungen von Woche zu Woche verändern. Wer mit einem ausreichend großen Zeitfenster, einem luftigen Korb und realistischen Erwartungen startet, hat 2026 die besseren Voraussetzungen für eine interessante Berliner Pilztour.